Beim Durchwühlen der Archivunterlagen ist uns ein alter Zeitungsartikel in die Hände gefallen. Er stammt aus dem Jahr 2005 und berichtet vom 40-jährigen Bestehen der Geschwister-Scholl-Realschule Plettenberg. Ein Blick in diese Zeitschrift ist mehr als nur eine historische Kuriosität. Er zeigt uns, wie sehr sich die Rahmenbedingungen verändert haben, aber auch, welche Werte und Traditionen über zwei Jahrzehnte hinweg Bestand hatten. Heute, 21 Jahre später, blicken wir auf 61 Jahre Schulgeschichte zurück. Es ist eine Zeit, die uns zeigt, wie viel Entwicklung in unserer Schulgemeinschaft steckt und wie spannend es ist, die Wurzeln unserer Schule zu betrachten.
Der Fund aus dem Jahr 2005 ist ein Fenster in die Vergangenheit. Damals feierte die Schule ihr 40-jähriges Bestehen. Die Geschichte der Realschule in Plettenberg begann offiziell mit einem Kultusministererlass am 8. Dezember 1964. Die Genehmigung für die Einrichtung einer eigenständigen Realschule folgte zum 1. April 1965. Der Unterricht startete dann am 22. April 1965. In diesem ersten Jahr der Eigenständigkeit besuchten 221 Schülerinnen und Schüler die neue Schule. Begleitet wurden sie von vier hauptamtlichen und acht nebenamtlichen Lehrkräften. Diese Zahlen mögen uns heute klein erscheinen, doch sie markieren den Beginn einer langen Bildungsreise in Plettenberg.
Der Weg zur eigenständigen Schule war nicht immer einfach
Die Gründung der Schule war nicht unumstritten. Wie der alte Artikel berichtet, gab es in den frühen 1960er-Jahren Skeptiker, die in der Einrichtung einer Realschule eine Konkurrenz zum Gymnasium sahen. Es bestand die Sorge, dass der Bestand einer „höheren Lehranstalt“ in Plettenberg langfristig gefährdet sein könnte. Doch die Befürworter setzten sich durch. Ein wichtiges Argument war die große Akzeptanz der Realschule Werdohl, die bereits von vielen Kindern aus Plettenberg besucht wurde. Um den Bedarf zu decken, wurden 1963 zunächst zwei sogenannte Filialklassen der Realschule Werdohl in Plettenberg eingerichtet. Diese Konstellation wurde in der Chronik der Schule als einmaliges Novum in Nordrhein-Westfalen beschrieben.
Die ersten beiden Klassen wurden in Behelfsräumen untergebracht, unter anderem im Dietrich-Bonhoeffer-Haus und im Gymnasium an der Königstraße. Ein Jahr später erfolgte ein Umzug in weitere Behelfsräume an der Breddeschule. Erst am 18. Juni 1968 konnte die Schule ihren ersten 10er-Jahrgang entlassen. 23 Schülerinnen und 27 Schüler hatten nach nur fünf Jahren den Abschluss der Realschule geschafft. In den Jahren 1967 und 1968 gab es dabei sogar zwei Kurzschuljahre, was die Dynamik der frühen Jahre unterstreicht.
Lehrreiche Anekdoten: Vom Fahrradschuppen bis zum Jubiläumsbrand
Die Geschichte der Geschwister-Scholl-Realschule ist auch eine Geschichte des Improvisierens und der Anpassung. Die Bildungsreform am Anfang der siebziger Jahre und die steigenden Schülerzahlen sorgten schon bald wieder für Raumnot. Auch ein weiterer Bauabschnitt konnte das Problem nicht vollständig lösen. Über viele Jahre hinweg wurden Klassen im umgebauten Fahrradschuppen, im heutigen kleinen Konferenzzimmer oder in Pavillons unterrichtet. Die Schule, die eigentlich zweizügig bis dreizügig geplant war, musste schon früh bis zu fünf Klassen pro Jahrgang aufnehmen.

Ein besonders markantes Ereignis in der jüngeren Geschichte vor dem 40-jährigen Jubiläum war ein Schwelbrand in der Küche während der Osterferien des Jahres 2000. Durch den Brand entstanden hohe Dioxinwerte, was langwierige Aufräumarbeiten zur Folge hatte. Der damalige Schulleiter Jochen Weber erinnerte sich später daran, dass die erreichbaren Lehrerinnen und Lehrer in den Ferien zusammengetrommelt wurden, um zu besprechen, wie es weitergeht. Klassen mussten umziehen, doch der Schulbetrieb lief nach den Ferien mit kleinen Einschränkungen weiter. Ein Schülerwitz, der damals kursierte, lautete: „Hurra, hurra, die Schule brennt“. Doch der Brand hatte weitreichende Folgen: Die geplante Feier zum 25-jährigen Bestehen der Realschule musste ausfallen und wurde auch nicht nachgeholt. Erst zum 40-jährigen Jubiläum wurde ordentlich nachgefeiert.
Im Jahr 2000 erhielt die Schule ihre bisher letzte räumliche Erweiterung. In einem neuen Anbau konnten sechs Klassen, die Schülerbücherei und ein neuer Medienraum bezogen werden. Das Raumangebot reichte inzwischen aus, um allen Klassen einen eigenen Raum zur Verfügung zu stellen. Dies war ein wichtiger Schritt für die Qualität des Unterrichts und die Planungssicherheit der Lehrkräfte.
Traditionen, die über die Jahre Bestand haben
Obwohl die Schule erst 40 Jahre jung war, als der Artikel 2005 erschien, hatte sie bereits Traditionen entwickelt, die innerhalb des schulischen Lebens einen festen Platz einnehmen. Dazu gehörten unter anderem der „Tag der offenen Tür“, die Gottesdienste der Jahrgangsstufen, die Klassenfahrten, die Besinnungstage und die Kursfahrten der Klassen 10. Auch die Verabschiedung der Abschlussklassen sowie der Abschlussball der 10er Klassen gehörten zum festen Rhythmus. Diese Veranstaltungen zeigen, dass die Schule nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort des Miteinanders ist.
Die Vorbereitungen auf die Aktivitäten zum 40. Schuljubiläum zeigten, dass Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen, Schüler und Eltern gemeinsam an dieser großen Aufgabe arbeiteten. Es war der Beweis für eine intakte Schulgemeinde, in der durchaus auch mal kontrovers diskutiert werden kann, wo aber letztendlich alle Beteiligten an dem gemeinsamen Ziel einer guten Bildung und Erziehung für die Kinder dieser Schule arbeiten. Inzwischen hatten mehr als 3500 Schülerinnen und Schüler die Schule mit einem Abschlusszeugnis nach der Klasse 10 verlassen. 138 Lehrerinnen und Lehrer hatten bis dahin an der Schule unterrichtet. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Schule für die Region Plettenberg und den Märkischen Kreis.
Ein Ausblick auf die nächsten Jahre
Was bedeutet dieser Rückblick für uns heute? Er zeigt uns, dass Schule immer auch ein Prozess ist. Sie verändert sich mit den gesellschaftlichen Anforderungen, mit den Raumverhältnissen und mit den Menschen, die sie gestalten. Die Herausforderungen von damals – Raumnot, organisatorische Umbrüche, die Integration neuer Schulformen – sind heute vielleicht anders gelagert, aber der Kern bleibt derselbe: Es geht um die Bildung und Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.

Die Geschwister-Scholl-Realschule Plettenberg steht nach 61 Jahren für verlässliche Bildung, persönliche Entwicklung und Orientierung für die Zukunft. Das respektvolle Miteinander im Schulalltag ist nach wie vor ein zentrales Anliegen. Wir wissen, dass wir auf einem soliden Fundament stehen, das von vielen Generationen von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern mitgestaltet wurde. Die Geschichte der Schule ist auch eine Geschichte der Widerstandskraft und der Anpassungsfähigkeit.
Wir laden Sie ein, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Vielleicht kennen Sie alte Geschichten aus der Zeit des Fahrradschuppens oder erinnern sich an die großen Feste der Vergangenheit. Die Schule ist ein lebendiger Organismus, der von allen getragen wird. Auch in den kommenden Jahren werden wir uns weiterentwickeln, neue Wege gehen und dabei die bewährten Werte bewahren. Wir freuen uns auf die Zukunft, in der wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und den Partnern aus der Region Plettenberg und dem Sauerland weiterarbeiten.
Weitere Informationen zu aktuellen Terminen, Projekten und Angeboten finden Sie auf der Website der Geschwister-Scholl-Realschule Plettenberg. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an die Schule oder die jeweils zuständige Ansprechperson. Lassen Sie uns gemeinsam die nächsten Jahre gestalten.



